VorsÀtze 2008

Ich sag` Euch, wenn das nÀchste Jahr
so kurz ist, wie das letzte war,
dann mĂŒssen wir uns sehr beeilen,
um diese Zeit gut einzuteilen.

ZunÀchst mal rÀum ich alles auf,
was sich im letzten Jahreslauf
so alles bei mir angehÀuft
und meinen Tatendrang ersÀuft.

Hab` ich das erst einmal getan,
dann fange ich zu schreiben an
an jeden, dem ich schreiben sollte
und das bisher nur immer wollte.

Dazu noch Dinge, die ich stetig
so vor mir her schob (als nicht nötig).
Die wohl als Einzelposten wĂŒrden
nur Kleinkram sein, und keine HĂŒrden.

Jawohl – ich nehm` mir, wie zuvor,
zum Jahrbeginn den Vorsatz vor,
in diesem Jahr nichts aufzuschieben.
Wird’s den KaptĂ€n am End‘ betrĂŒben ?
 

Gezeichnet

Das Leben zeichnet das Gesicht,
das Bild gefÀllt so manchem nicht.
Mit Farbe, Botox und Skalpell
wird’s Orginal zum Orginell.
(Das Orginal wurde zur FĂ€lschung,
fĂŒr ihn und andre eine TĂ€uschung).

Zum Fasching und zum Karneval
darf man sich wandeln allemal.
Dann zeigt man, wer man gerne werde
auf dieser wunderschönen Erde.

Dem KapitÀn fÀllt dazu ein:
Lass‘ dein Gesicht dein eignes sein.
Denk daran, dass es besser ist,
wenn du vom Leben
statt vom Tod gezeichnet bist.

 

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Im Wettbewerb

Der Ortsbeirat, er hat getagt
und hat auf Anraten gewagt,
den Ort zum Wettbewerb zu melden.
So werden wir vielleicht zu Helden.

Zu “Unser Dorf, das Zukunft hat”
sind wir gemeldet, in der Tat
und sind somit zum vierten Mal
im Wettbewerb “REGIONAL”.

Nun mĂŒssen wir uns prĂ€parieren,
wir wollen uns ja nicht blamieren.
Sieht man es recht, leben wir prÀchtig,
denn unser Dorf ist zukunftstrÀchtig.

Was den KaptÀn bedenklich stimmt,
ist, dass man wenig Anteil nimmt
an dem, was am Entstehen ist.
Mehr Teilnehmer wĂŒrden begrĂŒĂŸt.

Jetzt krempeln wir die Ärmel hoch,
es strengt zwar an, mach Spaß jedoch.

 

Kurs halten!

 

Mir schmeckt was nicht im Hessenlande!
Die Landtagswahl verlief im Sande!
Der Kahn sitzt fest! Voll aufgefahren,
weil alle sich als Sieger sahen.

Ein Schiff mit mehreren KaptÀnen
wird stranden – und dann gibt es TrĂ€nen.
Vorm Seeamt heißt es schließlich dann:
“Der andere ist Schuld daran!”

Ein Mensch, der eine Kreuzfahrt bucht,
hat das Programm sich ausgesucht.
Er glaubt fest dran, die Reederei
bleibt auch bei Wind und Sturm dabei.
(So ging es auch dem WĂ€hler,
doch das war wohl ein Fehler).

Geht X mit Y und Z
gemeinsam ins Regierungsbett,
gibt’s kurzfristig `nen flotten Dreier,
vernĂŒnftiger wĂ€re ein Zweier.

Am besten aber wĂŒrd‘ es geh’n,
macht’s Einer - dafĂŒr souverĂ€n.
Ein Koch an Bord kann niemals schaden,
weiß der KaptĂ€n aus Fahrens-Tagen.

 

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Maienwunsch

Ach, wie sehnt man doch den Mai
ĂŒber lange Zeit herbei.
Ist der Zeitpunkt endlich da,
wird auch das Versprechen wahr:
Alles neu macht der Mai,
ganz egal, wie kalt er sei.

 

Ja, der FrĂŒhling ließ uns warten !
Wie dringend mĂŒĂŸt‘ ich in den Garten.
Kurz bevor die Sonne drÀngt,
hab ich dann mein Kreuz verrenkt.
Fremde Hilfe muss herbei,
ganz egal, wer das auch sei.

 

Wen – so denk ich – kann ich fragen,
ohne ihn dabei zu plagen ?
Ich könnte einfach Zeit gewinnen,
ließe Petrus Regen rinnen.
Macht er den Mai nur kĂŒhl und nass,
fĂŒllt das (laut Sprichwort) Scheun‘ und Fass.
 

Wem dieser fromme Wunsch nicht passt,
helf‘ dem KaptĂ€n, ganz ohne Hast.
Er renke ihm sein Kreuze ein,
dafĂŒr wird er sehr dankbar sein.

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Schummeln


Ein Mensch, der in der Schule schummelt
und bei der Arbeit hÀufig bummelt,
ist allen von uns gut bekannt,
den gibt es wohl in jedem Land.


Jedoch, wenn ein Ostfriese „schummelt“,
er seine Zeit nicht faul verbummelt.
Das Schummeln heißt dort „Saubermachen“.
Manch‘ Hausfrau wird dabei zum Drachen.


Und auch beim Putztag von Hofgeismar
da wurde letztlich jedem Greis klar:
Ganz einsatzwillig waren alle,
gelohnt hat sich’s in jedem Falle.


Den Dreck, den Abfall in den Ecken,
die Schachteln, Dosen unter Hecken,
die wurden mutig angepackt
und dann geschwinde eingesackt.


Das ist ganz lobenswert und schön,
doch besser wĂ€r’s, meint der KaptĂ€n,
der Dreck lÀge erst gar nicht da.
Das schafft man mit Erziehung! Klar?

Schaf (mechanisch)


Haben Sie es schon gesehen,
dieses Krabbeltier zum MĂ€hen?
Niemand muss es mehr bewachen,
es kann alles selber machen.


Es fĂŒhlt, ob sich das MĂ€hen lohnt,
weiß wo es ist und wo es wohnt,
wo es schon war, wohin `s noch muss
und geht zum Futtertrog am Schluss.


Dann wieder ĂŒber viele Stunden
zieht es die Bahn, dreht es die Runden,
und wird bestaunt am Zaun von denen,
die so ein Dingsbums erstmals sehen.


Bei Udo Bunzenthal in HĂŒmme,
da wirkt das Ding in seinem Sinne.
Doch weh`, es kommt ein großer Hund,
der frißt das Ding per Schnauz` und Schlund.

Der KapitÀn ist fasziniert,
wie Fortschritt hier am Ort passiert.

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Wettbewerb 2008

Eine Kommission wird kommen
und sich unser Dorf beseh’n.
lasst uns beten mit den Frommen:
„Herrgott, mach das Wetter schön!“

Lasst uns zeigen, was wir haben,
denn es ist wohl zeigenswert,
die natĂŒrlich schönen Gaben
und was sonst noch ward beschert.

Von Vereinen, von VerbÀnden
angezettelt – durchgefĂŒhrt,
wird mit Hirnschmalz und mit HĂ€nden
viel erreicht, was man auch spĂŒrt.

Lasst Euch seh’n, wenn sie uns sichten,
es lohnt sich schon ein bisschen Schweiß.
SpÀter wollen wir berichten:
„Unser Dorf erhielt den Preis!“

Den Wunsch hat nicht nur der KaptÀn.
Macht alle mit, das wÀre schön !

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Staketenzaun

Formuliert man zugespitzt,
ist alles gut, was allen nĂŒtzt.
Allen aber recht getan
ist das - jedoch – was keiner kann.

Aber vieles kann man schon.
Anstatt klotzen mit Beton,
Carports ganz aus Holz zu bauen,
ist doch schöner anzuschauen.

Das geschah am Entenweg,
freut das Aug` und dient dem Zweck.
Anderswo baut man `nen Zaun
(kaum mag man seinen Augen trau`n)
der ist aus Eisen, formgeschwungen
zwischen PfÀhlen eingezwungen.

Alle MĂŒh`, StaketenzĂ€une
in die lÀndlich schönen RÀume
wieder langsam einzufĂŒhren,
tat der Bauherr ignorieren.

Hofgeismar hat als Stadt kapiert,
dass so ein Lattenzaun sehr ziert.
Am Bahnhof kann man das jetzt seh`n.
„Vielen Dank“ sagt der KaptĂ€n.

BĂŒrgermeisterwahl

Nun bleibt er, unser BĂŒrgermeister!
Die Mehrheit hat das so gewollt.
Heinrich Sattler - Henner heißt er –
ihm wurde der Respekt gezollt.
(Respekt der Gegenkandidatin,
die antrat als Parteisoldatin).

Erfahrung hat er und FortĂŒne,
sehr gut fĂŒr uns, sehr gut fĂŒr ihn.
Nun mĂŒssen wir ihn unterstĂŒtzen,
gemeinsam uns`re KrĂ€fte nĂŒtzen,
damit aus dem, was anvisiert,
was Gutes und was Schönes wird.

Das soll nicht heißen, blind zu folgen
was Henner ausgebrĂŒtet hat:
Bedenken muss man auch die Folgen
einer Entwicklung nach dem Start.
Doch ist Vertrauen stets vonnöten,
sonst geht die Kraft beim Anlauf flöten.

GlĂŒck auf! Bleib immer auf der Spur
und halte die Versprechen.
Schone uns und die Natur,
sie tÀten sich sonst rÀchen.
Bleib bĂŒrgernah und Hochmut fern,
dann haben dich die meisten gern.

Der KapitĂ€n wird sich bemĂŒh`n
mit dir an einem Strang zu zieh`n.

Novembergedanken

Das Jahr geht hin, es hat gegeben,
was Jahreszeit und Arbeit ließ.
Wir sind auch glĂŒcklich noch am leben,
wenngleich der Wind von vorne blies.

O Herr, wir danken fĂŒr die Ernte,
und was Du uns bescheret hast.
FĂŒr Menschen, die ich kennen lernte,
und die ich gerne hab‘ als Gast.

Bewahr‘ mich weiter vor den Leuten,
die ihre Meinung ungefragt
heraus posaunen, sogar deuten,
was bisher niemand hat gesagt.

Gib meinem Geist Beweglichkeit
und hĂŒte meine Stimme.
Begrenze meine Eitelkeit
und schÀrfe meine Sinne.

Mach mich nicht Àngstlich vor dem Sterben,
gib mir bis dahin reichlich Zeit.
Erhalte mir gesunde Erben,
verbiete ihnen jeden Streit.

Der Toten sei gedacht mit WĂŒrde,
auch MitgefĂŒhl im Trauerfall.
Der KapitĂ€n erkennt die HĂŒrde:
“Sehr leicht kommt Hochmut vor den Fall.”

Die Weihnachtsbotschaft

 

Die frohe Botschaft wird geboten
vom Herrn und von den Himmelsboten.
Der sollten wir getrost vertrauen
und mutig in die Zukunft schauen.

Die frohe Botschaft :” Hier auf Erden
soll Wohlgefall`n und Friede werden!”
Das ist Hernieden ĂŒberall
(wie Ihr ja wißt) noch nicht der Fall.

“Soll werden” heißt ja auch nicht, jetzt
sei dieser Zustand durchgesetzt,
der wohlgefÀllt und friedlich ist,
darum wird er auch noch vermisst.

Doch habt Geduld, denn irgendwann
fÀngt einmal Euer Friede an.
Versöhnt mit Gott und mit der Welt
wird das dann plötzlich festgestellt.

Der KĂ€pten meint, zur Weihnachtszeit
steht die Gelegenheit bereit.