Zum Neuen Jahr     Der Kapitän im Januar

Erst vor kurzem habe ich
einen Vers geschrieben –
wieder mal zum Neuen Jahr! –
Wo ist es nur geblieben?

Erst vor kurzem plante ich,
was über’s Jahr ich wollte.
Über’s Jahr dann zeigte sich,
was nicht gelingen sollte.

Erst im Dezember fiel mir auf,
zu viel wollt‘ ich bezwingen.
Alles kann in einem Jahr
jedoch nicht gleich gelingen.

Jetzt, im Jenner, plane ich,
was ich dies Jahr wohl mache.
Ohne Ziele geht es nicht,
das ist `ne klare Sache.

Der Kapitän wünscht, jener Plan
den Ihr habt, mög‘ gelingen.
Doch denkt daran, eh Ihr Euch plagt,
das Glück lässt sich nicht zwingen.
 

Karneval in Hümme                 Der Kapitän im Februar

Bald ist Karneval in Hümme,
das ist ganz in meinem Sinne.
Auf der Bühne, in der Bütt'
machen die Aktiven mit.

Diese hatten ihr Vergnügen
schon beim Üben, Üben, Üben.
Der Vortragsabend ist – Ihr Lieben –
Stress! Das Vergnügen lag beim Üben.

Das Narrenvolk sitzt drunt‘ im Saal,
es amüsiert sich allemal.
Hart wird es auf die Schipp‘ genommen,
doch alle sind sehr gern gekommen.

Darunter kann man die erwischen,
die nicht lachen, sondern krischen.
Der Kapitän denkt sich dabei:
Nur richtig lachen macht auch frei.
 

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Im Frühjahr           Der Kapitän im April

Jetzt ist das Frühjahr zu erwarten,
es lockt den Menschen in den Garten.
Doch was er sät und pflanzt mit Müh‘
frißt oft das Wurm – und Läusevieh.

Du mußt den Nachbarn wirken lassen.
Der sät und pflanzt in großen Massen,
mehr, als er jemals brauchen kann,
und das nimmst Du dann dankend an.

Auch seine Blumen sind sehr schön,
die kannst Du vom Balkon aus seh’n.
Darfst diesen Anblick froh genießen,
mußt sie nicht pflegen und nicht gießen.

So hielt ich das jedoch nicht aus!
Ich muß in meinen Garten raus!
Und da das viele auch so seh’n,
wird’s schön im Dorf. Der Kapitän.
 

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Gewohnheit               Der Kapiän im März

Aus Gewohnheit spricht man – denk ich –
trotz Euro noch von Mark und Pfennig,
und zum Begreifen muss bei allen
erst einmal der Groschen fallen.

„Beim Raiffeisen“, so nennen Leute
den Platz, wo ganz was and’res heute.
Feuerwehr und Kasseler Bank
sind da jetzt schon jahrelang.

Es ist noch nicht verinnerlicht,
dass man von jenem Platze spricht,
auf dem die „Dorfscheune jetzt steht,
wie ihr’s am Namensschilde seht.

Nun müsste doch der Groschen fallen,
sagt der Kaptän jetzt zu euch allen.
Dorfscheune könnt‘ ohn‘ Beschwerden
Auch mal zur Gewohnheit werden.
 


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Dorfleben / Dorfläden     Der Kapitän im Juni

Die Unkenrufe gab’s schon lange,
mir wurde vor der Aussicht bange!
Nun kommt, was so nicht kommen sollte,
der Laden schließt im Hause Stolte,
und ohne Lebensmittelladen
geht jedes Dorf  - auch uns’res - baden.

Da hilft uns jetzt kein Wehgeschrei,
ganz viele trugen dazu bei.
Zum Großeinkauf da fuhren sie
zum Dorf hinaus, in die Prärie,
und nur den Kleinkram holte man
im Dorfladen, schnell nebenan.

Und denen ging die Puste aus,
sie schließen jetzt das Kaufmannshaus,
doch will man gut im Dorfe leben,
muss es im Dorf auch Läden geben.
Es müsste uns doch wohl gelingen,
Ersatz in unser Dorf zu bringen!

Sich abzufinden wäre dumm.
Schaut euch nach einer Lösung um!
Im Dorf mit sechzehnhundert Seelen
darf solch ein Laden doch nicht fehlen!
Vierhundert Meter im Quadrat
stehen zentral im Dorf parat.

Auch Zuschüsse von der EU
kämen auf jenen Kaufmann zu,
der sich im Dorfzentrum plaziert
und auf das Vacuum pariert.
Wir müssen in die Zukunft seh’n,
dazu regt an der Kapitän.
 

Es war einmal                 Der Kapitän im Mai

Es war einmal `ne Augenweide,
ging man den Sportplatzweg entlang.
Ganz oben, an des Weges Scheide
da stand ein Baum hinter der Bank.

Im Frühjahr lockte er mit Blüten
die Bienen und die Blicke an,
und alle, die sich drum bemühten,
konnten dort träumen stundenlang.

Im Sommer spendete er Schatten
dem Wanderer (zu Fuß, zu Rad),
und auch die Liebespärchen hatten
ein schönes Plätzchen, in der Tat.

Im Herbst spendierte er uns Äpfel
von einer alten Sorte Art,
und tat es regnen oder tröpfeln,
stand er als Regenschirm parat.

Im Winter zeichneten die Äste
ein Filigran vor’s weiße Feld.
Nun sieht man nicht mal seine Reste,
er war im Weg und wurd‘ gefällt

Den Kapitän kann das verdrießen,
der Baum passte so gut in’s Bild.
Muss man vom Tun des Täters schließen:
Was ihm im Weg ist, wird gekillt?

PS:  Von unserm Opa gab es Schläge,
rissen wir sinnlos Äste ab.
Es wäre gut, wenn es noch gäbe
die gleiche Sitte heut‘ zu Tag.
 

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Nach dem Schuss vor den Bug       Der Kapitän im Juli

Der Schuss vorn Bug der mög‘ genügen,
jetzt sollte doch die Einsicht siegen,
dass, wenn man einen Laden möchte,
man ihn beim Einkauf auch bedächte.

Hümmer Bürger, gebt gut acht,
ein Laden ist schnell dicht gemacht
wenn ihr nur Salz und Pfeffer kauft,
für’n Großeinkauf sonst wohin lauft.

Und auch der Kaufmann sollte wissen:
die Kundschaft ist heut‘ sehr gerissen.
Sie kennt die Preise aller Waren,
und darin stecken die Gefahren.

Doch ist die Kundschaft stets bereit,
für Service und Persönlichkeit
ein Opferchen auch zu erbringen.
Der Käpten hofft, es mög‘ gelingen
 

Urlaubsende                       Der Kapitän im August

Aus dem Urlaub grad‘ zurück
findet sich das leise Glück
in und um und bei uns ein,
heil und gesund zu Haus zu sein.

Die Kultur in fremden Ländern
wollen wir ja gar nicht ändern.
Doch kann man lernen – sich was merken,
und seinen Geist ein wenig stärken.

Von all dem, was uns vorgetragen,
vergess ich viel nach wen’gen Tagen.
War’s in Athen, war’s in Korinth,
wo wir doch auch gewesen sind !?

In so ein Urlaubsland zu fliegen,
dort auch am Strand herum zu liegen
ist `ne Weile gut und schön,
doch darf es auch zu Ende geh’n.

Unser Gefühl (Herz und Verstand),
vergisst nicht, dass ein Heimatland
die Wurzeln sind zum Weiterleben,
und dahin geht auch unser Streben.

Dies vom Kaptän zum Urlaubsende,
zu dem er Gleichgesinnte fände.
 

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Sinnvoll                                   Der Kapitän im September

Machmal ist es – ohne Frage
sinnvoll – je nach Wetterlage
mittags Rasen ab zu mähern,
wenn sich Regenwolken nähern
und man tagelang nicht konnte,
weil es wochenlang nicht sonnte.

Doch bei stabiler Wetterlage
ist’s doch sicher – ohne Frage
möglich, dass man Nachbars Gören
nicht im Mittagsschlaf muss stören.
Ja, ja, ich weiß, es ist nicht mehr
verboten – aber... bitte sehr :

Verbotsaufhebung heißt doch nicht:
„Das Mittagsmähen wird zur Pflicht“.
Sinnvoller wär’s, sich abzustimmen,
von 4 – 6 den Rasen trimmen.
Das wär‘ für alle Nachbarn schön.
Versuchen will’s der Kapitän.
 

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Die Sonntagsmusik          Der Kapitän im Oktober

„Ach – wohnte ich doch in der Stadt,
weil die so viel zu bieten hat,“
so hört man’s klagen hier imOrt.
„Hier ist nichts los, hier geh‘ ich fort.“

Merkt man denn nicht, was sich hier tut?
Sie meinen, es sei nicht so gut,
was hier im Dorfe wird geboten
und halten die für Idioten,
die sich mit Geld und Kraft bemühen,
noch mehr Kultur ins Dorf zu ziehen.

Ein Künstler, den europaweit
man lobt als überaus gescheit,
(als Schauspieler nun wirklich oben),
wird hier ums Publikum betrogen.
Das spricht sich rum, und nächstes Mal
gibt’s keinen Künstler uns’rer Wahl.

Auch die, die es sich nehmen ließen,
den Jazz-Frühschoppen zu genießen,
die haben sich um was betrogen.
Ich schwör’s euch, das ist ungelogen!
Und die, die’s auf die Beine stellten,
sind finanziell nun die Geprellten.

Doch sind sie stolz, weil sie es wagten,
und zählen nicht zu den Beklagten.
Sie freuen sich mit denen, die
den Tag genossen – aber wie!!
„Der Sonntag war vergnüglich schön!“
Das sagt nicht nur der Kapitän.

 

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Trost im November                      Der Kapitän im November

Tröstlich ist die bunte Pracht,
wenn das Jahr sich von uns macht.
Farben leuchten aus den Bäumen,
die wohl schon vom Winter träumen.

Tröstend sind die Nebelschwaden,
mit Gedanken voll beladen
über das, was bisher war
in dem abschmelzenden Jahr.

Tröstend ist es auch, zu wissen,
nicht zu wiederholen müssen,
was an Fehlern wir so machten
und uns wenig dabei dachten.

Tröstlich ist, an allen Tagen
eine Partnerschaft zu haben,
die mit Herz und auch Verstand
lebt mit dir – so Hand in Hand.

Tröstend, in Novembertagen
zu wissen, was wir vor uns haben:
Weihnachtszeit und Neues Jahr,
„Zukunftspläne, werdet wahr!“

Dem Kapitän bleibt nicht verborgen,
außer Hoffnung gibt’s auch Sorgen.
 

Jan

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Morgen, Kinder....               Der Kapitän im Dezember

Morgen, Kinder, wird’s was geben.
Morgen gibt’s die Weihnachtsgans.
Ach, wie rannte die um’s Leben,
doch sie schaffte es nicht ganz.
Ohne Kopf und ohne Bein
schmort sie jetzt und duftet fein.

Morgen, Kinder, wird’s was geben.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Jedes Kind darf sich was nehmen,
wenn’s ein Liedchen singen kann,
doch ohne Hilf‘ vom Grammophon
kommt kein Lied. Das kommt davon....

Morgen, Kinder, wird’s was geben.
Alle unterm Tannenbaum.
Da gibt’s vieles zu bereden,
sieht man sich doch sonst noch kaum.
Doch ohn‘ Geist und Lebenslust
bringt auch dieser Tag nur Frust.

Morgen, Kinder, wird’s was geben.
Morgen kommt das Licht der Welt.
Doch das kann nur der erleben,
der nicht nur Geschenke zählt.
Ohne Liebe, ohne Herz
wird das Fest zum bösen Scherz.

So kann man die Lage seh’n.
Frohe Weihnacht vom Kaptän.
 

Jan

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