Zum Neuen Jahr     Der Kapitän im Januar

Erst vor kurzem habe ich
einen Vers geschrieben –
wieder mal zum Neuen Jahr! –
Wo ist es nur geblieben?

Erst vor kurzem plante ich,
was über’s Jahr ich wollte.
Über’s Jahr dann zeigte sich,
was nicht gelingen sollte.

Erst im Dezember fiel mir auf,
zu viel wollt‘ ich bezwingen.
Alles kann in einem Jahr
jedoch nicht gleich gelingen.

Jetzt, im Jenner, plane ich,
was ich dies Jahr wohl mache.
Ohne Ziele geht es nicht,
das ist `ne klare Sache.

Der Kapitän wünscht, jener Plan
den Ihr habt, mög‘ gelingen.
Doch denkt daran, eh Ihr Euch plagt,
das Glück lässt sich nicht zwingen.
 

Gewohnheit               Der Kapiän im März

Aus Gewohnheit spricht man – denk ich –
trotz Euro noch von Mark und Pfennig,
und zum Begreifen muss bei allen
erst einmal der Groschen fallen.

„Beim Raiffeisen“, so nennen Leute
den Platz, wo ganz was and’res heute.
Feuerwehr und Kasseler Bank
sind da jetzt schon jahrelang.

Es ist noch nicht verinnerlicht,
dass man von jenem Platze spricht,
auf dem die „Dorfscheune jetzt steht,
wie ihr’s am Namensschilde seht.

Nun müsste doch der Groschen fallen,
sagt der Kaptän jetzt zu euch allen.
Dorfscheune könnt‘ ohn‘ Beschwerden
Auch mal zur Gewohnheit werden.
 


Es war einmal                 Der Kapitän im Mai

Es war einmal `ne Augenweide,
ging man den Sportplatzweg entlang.
Ganz oben, an des Weges Scheide
da stand ein Baum hinter der Bank.

Im Frühjahr lockte er mit Blüten
die Bienen und die Blicke an,
und alle, die sich drum bemühten,
konnten dort träumen stundenlang.

Im Sommer spendete er Schatten
dem Wanderer (zu Fuß, zu Rad),
und auch die Liebespärchen hatten
ein schönes Plätzchen, in der Tat.

Im Herbst spendierte er uns Äpfel
von einer alten Sorte Art,
und tat es regnen oder tröpfeln,
stand er als Regenschirm parat.

Im Winter zeichneten die Äste
ein Filigran vor’s weiße Feld.
Nun sieht man nicht mal seine Reste,
er war im Weg und wurd‘ gefällt

Den Kapitän kann das verdrießen,
der Baum passte so gut in’s Bild.
Muss man vom Tun des Täters schließen:
Was ihm im Weg ist, wird gekillt?

PS:  Von unserm Opa gab es Schläge,
rissen wir sinnlos Äste ab.
Es wäre gut, wenn es noch gäbe
die gleiche Sitte heut‘ zu Tag.
 

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sept

Okt

Nov

Dez

Zurück
zur Startseite

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sept

Okt

Nov

Dez

Zurück
zur Startseite

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sept

Okt

Nov

Dez

Zurück
zur Startseite

Karneval in Hümme                 Der Kapitän im Februar

Bald ist Karneval in Hümme,
das ist ganz in meinem Sinne.
Auf der Bühne, in der Bütt'
machen die Aktiven mit.

Diese hatten ihr Vergnügen
schon beim Üben, Üben, Üben.
Der Vortragsabend ist – Ihr Lieben –
Stress! Das Vergnügen lag beim Üben.

Das Narrenvolk sitzt drunt‘ im Saal,
es amüsiert sich allemal.
Hart wird es auf die Schipp‘ genommen,
doch alle sind sehr gern gekommen.

Darunter kann man die erwischen,
die nicht lachen, sondern krischen.
Der Kapitän denkt sich dabei:
Nur richtig lachen macht auch frei.
 

Im Frühjahr          Der Kapitän im April

Jetzt ist das Frühjahr zu erwarten,
es lockt den Menschen in den Garten.
Doch was er sät und pflanzt mit Müh‘
frißt oft das Wurm – und Läusevieh.

Du mußt den Nachbarn wirken lassen.
Der sät und pflanzt in großen Massen,
mehr, als er jemals brauchen kann,
und das nimmst Du dann dankend an.

Auch seine Blumen sind sehr schön,
die kannst Du vom Balkon aus seh’n.
Darfst diesen Anblick froh genießen,
mußt sie nicht pflegen und nicht gießen.

So hielt ich das jedoch nicht aus!
Ich muß in meinen Garten raus!
Und da das viele auch so seh’n,
wird’s schön im Dorf. Der Kapitän.
 

Dorfleben / Dorfläden     Der Kapitän im Juni

Die Unkenrufe gab’s schon lange,
mir wurde vor der Aussicht bange!
Nun kommt, was so nicht kommen sollte,
der Laden schließt im Hause Stolte,
und ohne Lebensmittelladen
geht jedes Dorf  - auch uns’res - baden.

Da hilft uns jetzt kein Wehgeschrei,
ganz viele trugen dazu bei.
Zum Großeinkauf da fuhren sie
zum Dorf hinaus, in die Prärie,
und nur den Kleinkram holte man
im Dorfladen, schnell nebenan.

Und denen ging die Puste aus,
sie schließen jetzt das Kaufmannshaus,
doch will man gut im Dorfe leben,
muss es im Dorf auch Läden geben.
Es müsste uns doch wohl gelingen,
Ersatz in unser Dorf zu bringen!

Sich abzufinden wäre dumm.
Schaut euch nach einer Lösung um!
Im Dorf mit sechzehnhundert Seelen
darf solch ein Laden doch nicht fehlen!
Vierhundert Meter im Quadrat
stehen zentral im Dorf parat.

Auch Zuschüsse von der EU
kämen auf jenen Kaufmann zu,
der sich im Dorfzentrum plaziert
und auf das Vacuum pariert.
Wir müssen in die Zukunft seh’n,
dazu regt an der Kapitän.